|
Die Kirchengemeinde geht auf die Missionstätigkeit des Bonifatius in Hessen zurück. Die
Organisation der Kirchengemeinde erfolgte unter Karl dem Großen (um 800 nach
Chr.). Raumland ist die Urpfarre des oberen Edertals und umfasste
ursprünglich den Bereich der heutigen Kirchengemeinden Raumland, Bad Berleburg, Girkhausen,
Wunderthausen, Wingeshausen, Erndtebrück, Birkelbach, Arfeld, Schwarzenau,
Elsoff und Weidenhausen. 1059 wurde Elsoff als erste Tochtergemeinde aus dem
Verband der Mutterkirche gelöst. - Die Reformation wurde zwischen 1534 und
1555 eingeführt Das heutige Kirchengebäude stammt aus der Zeit
um 1200. Von dem älteren Kirchenbau sind keine Reste zu sehen. Die Kirche
wurde dem heiligen Martin von Tours gewidmet, wird aber auch als
Bonifatiuskirche bezeichnet.
Es handelt sich um eine spätromanische,
südwestfälische Hallenkirche mit drei Schiffen, deren Gewölbe (Zwischenform
von Kuppel- und Gratgewölbe), deren schräggestellte Pfeiler (ursprünglich!)
und deren Gurtbögen beachtlich sind. Der Dachreiter der turmlosen Kirche
stammt erst aus dem Jahre 1956, obwohl möglicherweise schon im Mittelalter
einmal ein Dachreiter vorhanden gewesen sein könnte, wie aus einer alten
Katasterzeichnung zu entnehmen ist. - Der mächtige Stützpfeiler vor der
Südwand wurde 1732 angelegt, als die Wand umzufallen drohte. Der Vorbau vor
den nördlichen Portal stammt aus dem Anfang diese Jahrhunderts. Das Geläute
der Kirche - 3Glocken - wurde um 1350 gegossen. Es ist das älteste
Glockengeläut in Westfalen. Die Orgel wurde im Jahre 1969 neu erbaut und dem
Stil der Kirche angepasst.
|
Die Raumländer Kirche
 |
|
Das Kirchengebäude wurde 1985 letztmalig restauriert.
Hierbei wurden u.a. bleiverglaste Fenster eingesetzt und der Fußboden im
Chorraum erneuert. Ausgehend von zwei bereits 1958 freigelegten Proben der
spätgotischen Ausmalung wurden insgesamt 12 Bildfelder im Chorraum (Südwand)
und in der Chorapsis sichtbar gemacht und konserviert. Die Bilder gehören zu
einem Zyklus, der die Leidensgeschichte Christi darstellt. Sie wurde
wahrscheinlich in der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts, also nicht lange vor der Reformation
auf den trockenen Putz gemalt. In der Reformationszeit dürften die Bilder
zunächst, ebenso wie die Altäre, nicht angetastet worden sein. Erst durch
den Übergang Wittgensteins zum reformierten Bekenntnis, ein Prozess der um
1570 einsetzte, änderte sich die Einstellung. Ab1582 entfernte man die
Altäre und übertünchte die Bilder. Seitdem kam Farbschicht um Farbschicht
darauf. In mühevolle Kleinarbeit wurden die Wandgemälde freigelegt. |
|
 |
 |
 |
Eine Kirchenführung für Gruppen findet nach telefonischer Vereinbarung statt und ist mit einem
Besuch des Schieferschaubergwerks
gut zu verbinden! Zudem findet eine Kirchenführung Mi. um 16.00 Uhr statt. |
Schieferschaubergwerk Raumland
Führungen 01.04. bis 30.10.
Mittwochs jeweils 15.00 und 16.00 Uhr.
Samstags jeweils 14.00 und15.00 Uhr
Die Temperatur im Stollen beträgt +6 Grad C.
Vom Parkplatz des Schieferschaubergwerks besteht zum Einen die Möglichkeit zu einer
einstündigen Rundwanderung über den alten Schieferberg"H Ö R R E" mit sehr
schöner Fernsicht. Zum Andern ist er Start und Zielpunkt des "Wittgensteiner Schieferpfades"
| |